








53 Prozent aller Erwerbstätigen in Kärnten sind an ihrem Arbeitsplatz psychischen oder physischen Belastungen ausgesetzt. Das ergab eine Erhebung der Statistik Austria im Rahmen einer Befragung zu arbeitsbezogenen Gesundheitsproblemen. Zeitdruck und Überbeanspruchung sind neben Lärm die häufigsten Faktoren, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten haben. Jeder zweite Kärntner ist an seinem Arbeitsplatz von psychischen oder physischen Einflüssen in seiner Arbeit beeinträchtigt. Besonders gravierend: Knapp 23,8 Prozent der Kärntner Erwerbstätigen sind in ihrem Job unter Zeitdruck gesetzt oder werden in ihrer Leistung überbeansprucht. Damit liegt Kärnten im Bundesländervergleich sogar noch an vorletzter Stelle und damit hinter dem Österreichischen Schnitt von 30,4 Prozent. Absoluter „Spitzenreiter“ ist das Burgenland mit 40,1 Prozent. Betroffen sind vor allem Beschäftigte mit hochqualifizierten Arbeiten oder in führenden Positionen.
Rund 43 Prozent der Erwerbspersonen in Kärnten sind vermehrt physischen Belastungen ausgesetzt. Stärker belastet sind jene, die manuelle Tätigkeiten ausführen – Männer waren demnach häufiger betroffen als Frauen. Je nach Branche klagen die Betroffenen über Lärm, Staub, Hitze, Kälte und Feuchtigkeit sowie über das Hantieren mit schweren Lasten. Mehr als ein Drittel verrichten Tätigkeiten in einer schwierigen Körperhaltung. Die Folgen sind zum Beispiel Rücken- oder Gelenksschmerzen, Haut- oder Infektionskrankheiten, aber auch Herzrhythmusstörungen und Depressionen.
„Top 5“ Belastungsfaktoren
In der Statistik berücksichtigt wurden alle selbstständigen und unselbstständigen Erwerbstätigen – in Kärnten rund 254.000 Personen zum Zeitpunkt der Erhebung. Die Liste der beruflichen Belastungsfaktoren sieht in Kärnten wie folgt aus:
„Insbesondere die Arbeitgeber sind dazu aufgefordert, einen Beitrag zur Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu leisten“, sagt AK-Präsident Günther GOACH. „Nur durch optimale Arbeitsplatzbedingungen kann es gelingen, die Gesundheit und damit die Zufriedenheit der Mitarbeiter sicher zu stellen. Es sind schließlich die Mitarbeiter, die einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg eines Unternehmens leisten."
